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Die Standardtänze
zeichnen sich durch gleitende, elegante Bewegungen aus und beanspruchen
einiges an Platz, da man sich immer fortbewegt. Die Kunst der
Standardtänze erfordert ein hohes Maß an Balance, Haltung und Führung.
Wiener Walzer, langsamer Walzer, Foxtrott, Quickstep, Tango und Slowfox
fallen in das Repertoire eines Standarttänzers. Bis auf den Tango
werden alle Standardtänze als Schwungtänze bezeichnet. Der Tango ist
ein Schreittanz.
Standardtänze werden fast ausschließlich in geschlossener Tanzhaltung getanzt, dabei werden in allen Tänzen eine sogenannte Tuchfühlung ein enger Körperkontakt, gerne gesehen und ist auch bei besserem Können wichtig für die Führung
Der Langsame Walzer
ist mit etwa 28-30 Takten pro Minute nur halb so schnell wie der Wiener
Walzer und wird im ¾ Takt getanzt. Er gilt als harmonischster
Standarttanz. Auch sind im Gegensatz zum Wiener Walzer zahlreiche
Figuren mehr im Repertoire, die sich mit etwas Übung elegant tanzen
lassen. Hier findet das Heben und Senken eine große Bedeutung, wodurch
erst der eigentliche Glanz des Tanzes verliehen wird. Er ist der Rumba
unter den Standarttänze, mit etwas Übung sieht er bereits wirklich gut
und und extrem Elegant aus.
Österreich
definiert sich als Urgestein des Langsamen Walzers. Ob diese Theorie
stimmt und er nicht vielleicht aus den USA entsprungen ist, ist
umstritten. Jedenfalls wurde er als langsamere, angenehmere Form des
Wiener Walzers bekannt und ist heute der Rumba unter den
Stansarttänzen. Er wurde 1963 im Programm des Wekttanzprogramms
aufgenommen.
Tango
(auch internationaler Tango genannt) wird im 2/4 Takt getanzt. Moderne
Popmusik, auf die Tango getanzt werden kann, weißt jedoch einen 4/4
Takt auf. Der Unterschied ist die unterschiedliche Betonung der
Schläge. Er hat eine Geschwindigkeit von etwa 32 Takten in der Minute.
Der internationale Tango wird als feurig und leidenschaftlich
charaktisiert; öfter ist die Rede von aggressiv oder gewaltsam, das
durch das plötzliche Ändern von Tempo und Bewegungsform beschrieben
wird.
Um
1910 entstand der Tango so, wie er heute getanzt wird. Ursprünglich kam
er aus Argentinien als Tango Argentino, der im Gegensatz zum
internationalem Tango nur mit Zärtlichkeiten in Verbindung gebracht
wird (mehr dazu bei Spezialtänze). Einige Tanzschulen schwenken
inzwischen auf den Tango Argentino um, da die jetzige Form in einigen
Kreisen als „verfälscht und „unnormal“ gilt und unterrichten eher Tango
Argentino als den internationalen Tango. Im Turniertanz jedoch bleibt
das festgeschriebene Regelwerk beibehalten, so dass weiterhin der
internationale Tango getanzt wird.
Der englische Tanz Slowfox,
auch Slow Foxtrott genannt, wird im 4/4 Takt getanzt und umfasst etwa
27 bis 29 Takte in der Minute. Wegen seiner technischen Raffinesse wird
er verdient als "König der Standarttänze" gefeiert. Gut getanzt gleicht
er einer schwebenden Welle, die nie aufhört zu fliesen. Er ist
schwierig zu tanzen und wird demnach auch erst in weit
fortgeschrittenen Tanzkursen angeboten.
Es
wird gesagt, dass man beim Slowfox eine volle Tasse auf den Kopf der
Dame stellen können muss, ohne dass ein Tropfen verschüttet wird.
Genauso wird er auch getanzt: Trotz unterschiedlich schneller Schritte
wird eine möglichst gleichmäßige Fortbewegung erzielt. Kein anderer
Tanz sieht bei einem geübtem Paar schöner und fließender aus.
Der Wiener Walzer
verliehrt knapp den Titel "König der Standarttänze" an den Slowfox. Er
ist mit etwa 58-60 Takten pro Minute ein schneller, mitreisender Tanz und
wird im ¾ Takt getanzt. Im Gegensatz zum Langsamen Walzer gibt es beim
Wiener Walzer kein Heben und Senken, dafür aber ein Neigen in
Drehbewegung. Das ermöglicht eine kontinuierliche, schnelle
Drehbewegung. Er wird zu klassischen, als auch zu modernen Stücken
getanzt (z.B. Queen – we are the champions).
Der
Wiener Walzer ist der älteste der modernen bürgerlichen
Gesellschaftstänze. Zu Beginn der 30er Jahre wurde er als „Undeutsch“
wegen der volkstümlichen Mode verpönt und später als Bestandteil eines
politischen Programms zur Ausgrenzung aufgenommen. Seit 1932 wird er
wieder auf Turnieren getanzt. Neben dem Wiener Walzer existieren auch
andere Walzerarten (z.B. Französischer Walzer oder American Walz), auf den wir aber nicht
weiter eingehen werden.
Der Quickstep
benötigt im Gegensatz zu anderen Standardtänzen stark rhythmische
Komponente und wird im 4/4 Takt getanzt (50-52 Takte). Durch den schnellen Rhythmus
und darin enthaltende noch schnellere Schritte sollen überquellende
Lebensfreude ausdrücken. Und genauso, lieber Besucher, fühlt er sich
auch an! Der Takt des Quicksteps sollte nicht mit dem Takt des Jives
verwechselt werden; die Betonung in der Musik ist auf den 2. und 4.
Schlag aufgeteilt, ebsno wie beim Jive. Die Betonung im Jive auf "2" ist jedoch stärker als beim Quickstep.
Der
Quickstep, einst Quick Foxtrott genannt, setzt sich aus Foxtrott und
Onestep zusammen. Die Benennung erfolgte letztlich aus Quick Foxtrott
und Onestep, wobei der Mittelteil ausgelassen wurde. Die Technik ähnelt
der des Langsamen Walzers, da auch hier ein starkes Heben und Senken
vorhanden ist, wobei diese eher terrassenförmig vonstatten geht und
anstatt einer Dreh eine fortlaufende Bewegung in Tanzrichtung erzielt
wird.
Lateinamerikanische Tänze,
kurz Latein genannt, umfasst die Samba, Rumba, den Cha Cha Cha, Paso
Doble und Jive. Latein zeichnet sich durch Leidenschaft und feuriges
Miteinander aus. Die Tänze ähneln sich stark in der Technik. Im
Gegensatz zu Standart bewegen sich Ober- und Unterkörper unabhängig
voneinander. Auch ist eine ausgeprägte Hüfte ein markantes Merkmal,
später aber nur das Zusammenspiel von Oberkörper mit Hüfte. Einzige
Außname ist der Paso Doble, der sich ein wenig von allen anderen Tänzen
absetzt.
Von
diesen fünf Tänzen stammen tatsächlich aber nur drei aus Lateinamerika;
dem zufolge ist der Überbegriff Latein nicht als Herkunftsland
entscheidend. Der Jive hat seinen Usprung in Nordamerika, der Paso
Doble wurde in Spanien und Frankreich „geboren“. Da es immer wieder zu
Meinungsverschiedenheiten wegen lateinamerikanische Tänze kommt:
Bachata, Mambo, Merengue, Salsa und Tango Argentino kommen zwar auch
aus Lateinamerika, gelten aber als Modetänze (Spezialtänze).
Die Samba
wurde berühmt durch schnelle und deutliche Hüftbewegungen, sowie das
Bouncen, eine technisch anspruchsvolle Vor- und Zurückbewegung des
Unterkörpers. Er wird im 2/4 Takt zu etwa 50-52 Takten pro Minute getanzt.
Ursprünglich
war die Samba ein Sammelname für alle möglichen Tanzformen, die von
afrikanischen Sklaven nach Brasilien gebracht wurden. Erst nach dem
zweiten Weltkrieg bekam sie richtiges Gehör, und errang in sehr
vereinfachter Form große Popularität. 1959 wurde sie in der heutigen
Form in das Turnierprogramm aufgenommen.
Der Cha Cha Cha,
wohl der bekannteste moderne Lateintanz als Gesellschaftstanz, wird im
interessanten 4/4 Takt auf etwa 30-32 Takten getanzt. Dabei wird der erste
Taktschlag betont. Besonders interessant ist der Takt dadurch, dass man
problemlos auch auf den zweiten Schlag einsetzen kann, dies aber erst
auf höherem Niveau von der ersten Variante unterscheiden kann. Er wird,
wie fast alle Lateintänze als stationärer Tanz getanzt.
Die
Ursprüngliche Form des Cha Cha Cha, die kubanische Variante, ähnelt dem
Mambo und ist heute nur noch in der Salsa-Szene anzutreffen. Die
Westliche Variante ist die Form, wie sie heute getanzt wird. Diese Form
ähnelt dem Rumba, der größte Unterscheid ist neben der Schnelligkeit
(Rumba wird auf etwa 20 Takte getanzt) auch das Chassé, das den
Charakter dieses Tanzes ausmacht.
Die Rumba
zeichnet sich als Spiel zwischen Mann und Frau aus; in einer gut
getanzten Rumba wird in einer Sekunde umeinander geworben, in der
nächsten schlagartig die Flucht ergriffen; im Vordergrund steht die
wortlose Auseinandersetzung zwischen Mann und Frau. Rumba wird im 4/4
Takt zu 25-27 Takten pro Minute getanzt. Bei einer gut getanzter Rumba
setzen sich blitzschnelle Bewegungen ab, so dass in den ruhigeren
Momenten genügend Zeit zum Flirten bleibt.
Am
Anfang der 1930er Jahre wurde sie als „entartete Kunst“ verboten; erst
nach dem zweiten Weltkrieg wieder entdeckt, allerdings in zwei komplett
unterschiedlichen Varianten: einen amerikanischen und die von in
England lebenden Franzosen. Dies führte zu heftigen
Tanzschulauseinandersetzungen, bis beide Varianten als zulässig galten.
Inzwischen hat sich die kubanische Variante aber durchgesetzt - nur in
den USA ist die amerikanische bei Tanzanfängern weiterhin weit
verbreitet.
Der Paso Doble
ist ein spanischer Tanz, wird aber traditionell den
lateinamerika-nischen Tänzen zugeordnet. Er wird im 2/4 Takt getanzt
und weißt etwa 60-62 Takte in der Minute an, was ihn zu dem schnellstem
Lateintanz kürt. Er soll einen Stierkampf symbolisieren,
dementsprechend ist er auch gespickt mit schnellen Bewegungen. Der Mann
ist dabei der Torero, die Dame das rote Tuch (tut mir leid, liebe
Damen, aber so ist es leider). Ein weiteres Merkmal ist die Starrheit des Paares, die aber aber auch
erforderlich ist. Ebenso wird auf höherem Niveau auf Schulterführung
geachtet.
Besonders
auffallend ist die Tanzhaltung, der Tanz wird ausschließlich mit weit
erhobenem Haupt getanzt, eine bestimmende Haltung hält inne, ja schon
fast ein wenig aggressiv. Nur so wird dem Zuschauer eine gefährliche
Situation in einem Kampf mit dem Stier vermittelt. Dieser Tanz wird
seit 1919 getanzt, ist seit 1945 im Turniertanz und seit 1963 im
Welttanzprogramm enthalten. Er ist als einzigster unter den
Lateintänzen kein Stationärer Tanz, sondern bewegt sich wie die
Standardtänze im Saal fort.
Der Jive
wird im 4/4 Takt getanzt, meistens auf 32 bis 40 Takten pro Minute. Er
hat das breiteste Taktspektrum in den lateinamerikanischen Tänzen. Er
soll pure Lebensfreude zum Ausdruck bringen, charakteristisch ist das
lockere Durchschwingen der Hüfte im Grundschritt. Der Jive wird in der
offenen Tanzhaltung getanzt.
Der
Jive weißt die meisten verwandten Vorläufer afroamerikanische Tänze
auf. Dazu gehört der Blues, Swing, Boogie-Woogie und noch ein paar
andere. Um 1940 wurde er nach Europa gebracht und wurde in der Jugend
schnell beliebt. Es fand eine Diskussion über den vermeintlichen
„ordinären“ Tanz statt und wurde von englischen Tanzlehrern weiter
entwickelt, wie wir ihn heute kennen.
Spezialtänze
sind als solches separat aufgeführt, da hier der Begriff
Gesellschaftstanz an eigentlicher Bedeutung verliert. Natürlich werden
Salsa, Diskofox, Tango Argentino, Rock n Roll und Boogie und noch ein
paar mehr in der Gesellschaft getanzt, aber wird nicht im
Welttanzprogramm geführt. Die meisten dieser Tänze haben ihren Ursprung
in Lateinamerika oder den Vereinigten Staaten.
Unter
Spezialtänze fallen auch Modetänze, dessen Name aber eher im Auge des
Betrachters liegt. Im Regelfall werden sie schnell beliebt,
verschwinden aber nach relativ schneller Zeit wieder spurlos. Mambo zum
Beispiel wurde nach dem Kinohit Dirty Dancing zum Modetanz, verschwand
aber auch wieder genauso schnell. Er erfuhr aber in Kuba eine
Verbreitung, für die der Ausdruck Modetanz unpassend ist. Bestes
Beispiel dafür ist der Lambada im Jahre 1989, der Kurzzeitig einen Boom
auslöste und bald auch wieder verschwand.
Salsa
wird im 4/4 Takt mit 37 bis 60 Takten pro Minute getanzt und hat somit
ein sehr breites Tempospektrum als Paartanz. Dabei hat der Tanz auch
immer eine Funktion zum Erobern einer Frau, gespickt mit einer
gehörigen Portion Erotik. Salsa ist wohl der intensivste, erotischste
Lateinam-erikanische Tanz, der bekannt ist.
Salsa
entstand in den USA und Lateinamerika; die Form, die heute in Europa
getanzt wird, entstand gegen 1970. Ein großes Spektrum weißt er mit
seinen fast unüberschaubar vielen Tanzstilen auf; Der New York-,
Mambo-, Puerto Rican-, Los Angeles-, Cuban-, Cumbia-, Rueda de Casino-
und Calistyle. Für gewöhnlich wird der Mambostyle in europäischen
Tanzschulen unterrichtet.
Der Diskofox
wird im 4/4 Takt bei etwa 30 Takten pro Minuten getanzt. Da jeder
Taktschlag einzeln gezählt wird, ist er für gewöhnlich recht schnell.
Er kombiniert ausschließlich Figuren anderer Tänze zu einem einzigen,
was ein fast unbegrenztes Tanzreportouir mit sich bringt. Er ist neben
dem Salsa in einigen europäischen Ländern (unter anderem auch
Deutschland) der beliebteste Tanz. Das liegt vor allem daran, dass er
technisch sehr unkompliziert ist.
Der
Diskofox entstand Ende der 1960 Jahre; als engster Verwandter geht er
aus dem Foxtrott hervor. Er hat die Improvisationsfreiheit des Swings,
Drehtechniken einiger lateinamerikanischer Tänze, Figuren von Salsa und
die Akrobatik von Rock n Roll. Somit wurde er eine Creme de la Creme
der Tänze, der ständig weiterentwickelt wird. Er wird auch sehr
unterschiedlich von Tanzschule zu Tanzschule unterrichtet; zu
vielfältig sind die Figurvariationen.
Der Bachata
entstand Anfang der 1960er Jahre in der Dominikanischen Republik. Der
Tanz ist sehr einfach gehalten; der Grundschritt reicht für ein einige
Bachatarunden vollkommen aus. Er weißt ein 4/4 Takt auf und hat ebenso
wie der Salsa mit 115 bis 160 Takte pro Minute ein breites
Schnelligkeitsspektrum. Seit 2003 erfuhr der Bachata einen regelrechten
Boom, der sich als populärer Turniertanz speziell auf Bachataturnieren
herausgeputzt hat.
Der
Bachata war damals weniger zum Tanzen als vielmehr zum Genießen
romantischer Gitarrenklänge erschaffen worden. Er weißt ein 4/4 Takt
auf und hat ebenso wie der Salsa mit 115 bis 160 Takte pro Minute ein
breites Schnelligkeitsspektrum. Zwischen 1970 und 80er Jahre galt er in
der unteren Bevölkerungsschicht vulgär und wurde oft mit Armut und
Prostitution assoziiert.
Der Merengue
wird im 2/4 Takt gespielt. Gespielt deswegen, weil nur die
Musikrichtung so heißt und der Tanz dazu erfunden wurde. Er wird von
120 bis 180 Takte pro Minute getanzt. Dabeifolgt bei jedem Schlag auch
eine Bewegung, nämlich eine markante Hüftbewegung. Dadurch wirkt der
Tanz sehr sinnlich und aufreizend.
Merengue
war einst eine Süßspeise. Weswegen diese Speise der Musik den Namen
gab, ist nicht bekannt. Ein Dominikanischer Diktator brachte den Namen
Merengue international 1930 voran; seitdem war die Entwicklung nicht
mehr aufzuhalten und brachte mit dem 25. Juli sogar einen Feiertag mit
sich. Die International Dance Organisation richtet seit einiger Zeit
schon Europa- und Weltmeisterschaften in Merengue aus.
Der Tango Argentino
wird im 4/8-, 2/4-, oder 3/4 Takt getanzt und kommt mit etwa 30 Takten
pro Minute aus. Dabei präsentiert man nicht sich und die Dame wie beim
Standardtango, er wird auch nicht abgehackt getanzt, sondern ist eher
ein in sich gekehrter Tanz, der auch nicht viel Haltung abverlangt.
Dadurch wird er zu einem sinnlichen, ruhigen Tanz, der durchaus seine
interessante Note verleihen kann.
Der
Tango Argentino ist der Vorreiter des Standarttangos, hat eine
beeindruckende Entstehungsgeschichte hinter sich und wird in vielen
unterschiedlichen Stilen getanzt. Er stammt aus Argentinien / Uruguay
und wurde schon gegen 1830 in vereinfachter Form getanzt. Jedoch ist
dies sehr umstritten, vielmehr einig ist man sich, dass zwischen 1935
und 55 das goldene Zeitalter des Tangos stattfand. In dieser Zeit wurde
er bemerkenswert weiterentwickelt. Um etwa 1980 wurde er das erste Mal
in Deutschland getanzt, mittlerweile konkurriert er um den
Beliebtheitsgrad mit dem Standarttango.
Mit Swing
wird eine ganze Familie von Tänzen bezeichnet, die irgendwann
entstanden sind und erst 1930 richtig bekannt wurden. Dabei war das
Bewegen zum Tanz das Wichtigste, Figuren in diesem Sinne wurden
vermisst. Jedoch war er offen für viele andere musikalische und
tänzerische Einflüsse und wurde stets weiterentwickelt. Jahre danach,
als der Rock n Roll boomte, verlor der Swing mit dem Niedergang der
Big-Bands an Beliebtheit.
Der
Swing hat einige bekannte Tänze wie Jive und Boogie Woogie geprägt,
indem einige Elemente des Tanzes übernommen wurden.
Der Boogie Woogie,
auch kurz nur Boogie genannt, wird im 4/4 Takt bei 32 bis 52 Takten pro
Minute getanzt. Schnelle Füße und eine gut gestanzte Hüfte zeichnet den
Boogie aus und ist so etwas wie der Vater des Jives. Der Boogie ist
inzwischen, wie alle anderen Tänze, erwachsen geworden; er präsentiert
sich in der 40/50er Musikrichtung mit einer riesigen Portion Spaß – und
Akrobatik.
In
chronologischer Reihenfolge resultieren die Tänze aus Swing ->
Boogie -> Rock n Roll, die sehr eng miteinander verwandt sind. Die
größte Unterschied zum Rock n Roll ist das freie Gestalten des Tanzes;
der Rock n Roll wird meist nur in einstudierten Folgen getanzt. Der
Boogie entstand gegen 1930 in den USA, in den 50 Jahren schwappte er
nach Europa.
Der Rock n Roll
wird im 4/4 Takt zu etwa 48 Takten pro Minute getanzt. Der inzwischen
fast ausschließlich in Europa vorkommende Tanz wird zumeist nur in
Vereinen unterrichtet – in Tanzschulen wird er in sehr vereinfachter
Form unterrichtet. Grund dafür ist die körperlich extrem hohen
Anforderung, so dass Rock n Roll nur noch als Show getanzt wird. Somit
ist er ein atemberaubender, fröhlicher und schneller Tanz, der großes
Staunen auf sich zieht.
Einst
stand der Rock n Roll für jugendlichem Protesttanz; beim Tanzen vergaß
man im Jahre 1955 die schlimmen Lebensbedingungen und konnte sich
ausgelassen schönerem widmen als dem tristen Alltag. Damals war er
nicht annähernd so anstrengend, jedoch waren schon damals viele Kicks
und schnelle Armbewegungen eingebaut.
Die Führung ist im Tanzen immer und ohne
Ausnahme die Aufgabe des Mannes. Er bestimmt sozusagen die tänzerische
Beschäftigung ;-) Erfahrungsgemäß beginnen dann viele Herren, an den
Damen herumzuziehen. Damit, meine Herren, erreichen sie nur, dass Ihre
Dame frustriert oder ärgerlich von der Tanzfläche verschwindet.
Deswegen versuchen sie es besser mit weniger Engagement und mit mehr
Feingefühl. Es ist noch kein Führungsspezialist vom Himmel gefallen.
Die Kunst besteht darin, der Dame den Weg ohne viel rudern zu zeigen,
wenn möglich ohne Worte. Schließlich haben sie besseres zu bereden als
das Abbiegen nach dem nächsten Schritt ;-)
Tuchfühlung bezeichnet das enge
Zusammenstehen innerhalb einem Paar. Je geringer der Abstand, desto
leichter lässt sich die Dame führen, da sie nun nicht nur durch die
Führungshand, sondern auch mit dem gesamten Körper z.B.
Richtungsänderungen wahrnehmen kann.
Bitte nun keinen falschen Ehrgeiz, geschweige denn eine Abneigung
entwickeln! Erfahrungsgemäß fällt es Tanzeinsteigern immer relativ
schwer, diese doch unbekannte Haltung zu realisieren. In den meisten
Fällen wird das in den unteren Kursen auch nicht von Ihnen erwartet ;-)
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